FAQ
Viele Fragen zur eigenen Fassadendämmung ähneln sich – von den Investitionskosten über die staatliche Förderung bis zur Heizkostenersparnis. Die Antworten hier geben Sicherheit vor der Entscheidung.
Fragenliste mit Link zu den Antworten unten
➜ Was kostet eine Fassadendämmung für ein Einfamilienhaus?
➜ Lohnt sich eine Fassadendämmung wirtschaftlich wirklich?
➜ Welche Förderung gibt es aktuell für Fassadendämmungen?
➜ Wie viel Heizkosten spare ich im Jahr mit einer Fassadendämmung?
➜ Wie geht man mit nicht gedämmten Bauteilen wie Keller oder Dach um?
➜ Ist mein Haus überhaupt für eine Fassadendämmung geeignet?
➜ Wie dick sollte die Dämmung bei einem Einfamilienhaus sein?
➜ Wie lange hält eine Fassadendämmung?
➜ Was sollte ich beim Kauf und bei der Ausführung einer Fassadendämmung auf keinen Fall tun?
Fassadendämmung ist ein komplexes Thema – viele Methoden, viele Materialien. Wer sich selbst informiert, trifft die bessere Entscheidung. Diese Fragen und Antworten helfen, sich ein klares Bild zu machen.
Was kostet eine Fassadendämmung für ein Einfamilienhaus?
Die Dämmung eines Einfamilienhauses mit 140 m² Fassadenfläche kostet 28.000 € netto. Davon entfallen 16.800 € auf das Dämmmaterial (120 €/m²), 7.000 € auf Arbeitsleistung und Gerüst, 2.800 € auf Putz und Armierung sowie 1.400 € auf Nebenarbeiten wie Fensteranschlüsse und Sockelbereich. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten für Anstriche und kleine Ausbesserungen von 150 €.
Lohnt sich eine Fassadendämmung wirtschaftlich wirklich?
Eine ungedämmte Fassade verliert bei einem Einfamilienhaus rund 40 % der Heizenergie. Bei 24.000 kWh Gasverbrauch pro Jahr entstehen Heizkosten von 2.640 € (bei 11 ct/kWh). Nach der Dämmung sinkt der Bedarf auf 12.000 kWh. Die Heizkosten betragen dann 1.320 € jährlich. Die Ersparnis liegt bei 1.320 € pro Jahr. Bei Investitionskosten von 28.000 € ergibt sich eine Amortisationszeit von 21 Jahren. Steigende Energiepreise verkürzen diese Zeit deutlich.
Welche Förderung gibt es aktuell für Fassadendämmungen?
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) zahlt 15 % Zuschuss auf Material- und Arbeitskosten. Mit einem Energieberater steigt der Zuschuss auf 20 %. Bei 28.000 € Investition reduziert sich der Eigenanteil so auf 22.400 €. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit eines zinsgünstigen KfW-Kredits (Programm 261) mit 3,2 % effektivem Jahreszins. Die Förderung muss vor Beginn der Arbeiten beantragt werden.
Wie viel Heizkosten spare ich im Jahr mit einer Fassadendämmung?
Ein Einfamilienhaus mit 140 m² Fassadenfläche und Gasheizung verbraucht ohne Dämmung 24.000 kWh pro Jahr. Bei einem Preis von 11 ct/kWh entstehen Heizkosten von 2.640 € jährlich. Nach der Dämmung sinkt der Verbrauch auf 12.000 kWh. Die Kosten liegen dann bei 1.320 € pro Jahr. Die jährliche Heizkostenersparnis beträgt 1.320 € – das entspricht einer monatlichen Entlastung von 110 €.
Wie geht man mit nicht gedämmten Bauteilen wie Keller oder Dach um?
Eine Fassadendämmung ist nur effektiv, wenn Wärmebrücken vermieden werden. Ungedämmte Kellerdecken verursachen bis zu 15 % Wärmeverlust, ein ungedämmtes Dach bis zu 20 %. Wird nur die Fassade gedämmt, reduziert sich der Energieverlust, aber 35 % bleiben bestehen. Deshalb sollten Kellerdecke und Dach parallel oder in den Folgejahren gedämmt werden. Die Kosten liegen bei 50 € pro m² Kellerdecke und 120 € pro m² Dachfläche.
Ist mein Haus überhaupt für eine Fassadendämmung geeignet?
Geeignet ist ein Haus, wenn die Außenwände tragfähig und trocken sind. Bei massiven Ziegel- oder Betonwänden kann direkt ein Wärmedämmverbundsystem angebracht werden. Fachwerkhäuser oder Gebäude mit aufsteigender Feuchtigkeit müssen vorher saniert werden. Eine Fassadendämmung ist möglich ab einer Wandstärke von 17,5 cm. Vor Beginn empfiehlt sich eine Prüfung durch einen Energieberater, um Bauschäden auszuschließen.
Wie dick sollte die Dämmung bei einem Einfamilienhaus sein?
Um den aktuellen Neubaustandard (U-Wert 0,24 W/m²K) zu erreichen, ist bei einer bestehenden 36,5 cm Ziegelwand eine Dämmstoffdicke von 14 cm Mineralwolle oder 16 cm Polystyrol notwendig. Wer den Effizienzhaus-Standard 70 anstrebt, sollte 20 cm Dämmung einsetzen. Jeder zusätzliche Zentimeter spart etwa 3 % Heizenergie. Zu dünne Dämmungen lohnen nicht, da der Aufwand fast gleich hoch bleibt, die Einsparung aber deutlich geringer ausfällt.
Wie lange hält eine Fassadendämmung?
Eine fachgerecht ausgeführte Fassadendämmung hat eine Lebensdauer von mindestens 40 Jahren. Alle 10 bis 15 Jahre ist ein neuer Fassadenanstrich notwendig, Kostenpunkt 30 € pro m². Schäden durch Algen oder Risse können mit Kleinreparaturen behoben werden. Werden diese regelmäßig durchgeführt, erreicht die Dämmung ihre volle Nutzungsdauer ohne Leistungsverlust.
Was sollte ich beim Kauf und bei der Ausführung einer Fassadendämmung auf keinen Fall tun?
Drei typische Fehler sind: (1) Billigsysteme ohne geprüfte Zulassung. Diese können nach wenigen Jahren Risse oder Ablösungen verursachen. (2) Fehlende Angaben zur Dämmstoffdicke im Vertrag. Ohne klare Vereinbarung wird oft zu dünn gedämmt. (3) Kein Energieberater eingebunden. Ohne Fachplanung drohen Wärmebrücken an Fensteranschlüssen und im Sockelbereich, die Schimmel verursachen. Ein detailliertes Angebot mit Systemangaben und Ausführungsbeschreibung ist Pflicht.
